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Pressemitteilung

 
„BLIXX hat Türen geöffnet und Spuren hinterlassen"
 Kinder- und Jugendakademie muss ihre Pforten schließen  
Von unserem Redaktionsmitglied Lea Mock
 
Waren. Steven Sonder und Franz Radke feilen an ihren Speckstein-Anhängern, was das Zeug hält. Jeden Augenblick könnte Schluss sein. Und war es dann auch: Denn die Kinder- und Jugendakademie BLIXX schloss gestern endgültig ihre Pforten. Lehrerin Elisabeth Dewitz von der Realschule Waren West resümierte etwas traurig: „Schade, dass das BLIXX schließt. Das Angebot war sehr vielfältig, es hat unsere Arbeit bereichert." Zumindest diesen letzten Tag will sie gleich für den Deutschunterricht nutzen und die Schüler der 5. Klasse die Arbeitsvorgänge beschreiben lassen.
Rechte Wehmut wollte auch der zuständige Projektleiter beim Christlichen Jugenddorfwerk, Holger Kiehn, in seiner launigen Abschlussrede vor vielen   Projektpartnern,   Workshop-Leitern, CJD-Verantwortlichen und Teilnehmern nicht aufkommen lassen. Kiehn versicherte, „auch wenn dieses tolle Projekt zu Ende geht, hat es doch Türen geöffnet und Spuren hinterlassen". Spuren, die wohl in der Bundesrepublik einmalig seien. Denn erstmals habe der von der Europäische Union initiierte Gender Main-streaming-Gedanke Eingang in die Kinder- und Jugendarbeit gefunden.  
„Dieses Wort, mit dessen Bedeutung wir am Anfang nichts recht anfangen konnten, hat auch unseren Blick geschärft", gibt die Leiterin des CJD, Anke Schulz, freimütig zu. Denn sensibilisiert für die Spezifik von traditionellen Rollenbildern bei Männer und Frauen, Chancengleichheit und Benachteiligungen seien nicht nur die Kinder und Jugendlichen worden, sondern ebenso ihre Lehrer, Sozialpädagogen und Workshop-Leiter. „Auch in die Arbeit des CJD hat dieser Gedanke Einzug gehalten", meinte Schulz. So seien zwei neue Projekte „Patchwork" und „Ausblicke" entstanden. Auch erfolge jetzt die statistische Erfassung geschlechterspezifisch. Rückblickend kann das BLIXX deshalb bilanzieren, dass 1180 Jungen und 1157 Mädchen teilnahmen. Werkstattarbeit und Bildungskurse standen auf dem Programm. Die inhaltlichen Schwerpunkte ließen sich in Medien, Umwelt, Politik und Kunst und Arbeit/Beruf untergliedern. Hinzu seien Projekttage direkt in den Schulen gekommen. Stets ging es um das Überdenken von Rollenklischees und das Bewusstmachen von geschlechterspezifischem Herangehen an die Dinge, fasste die zuständige Mitarbeiterin Jacqueline Gaske zusammen.
Ganz praktisch gingen diese Gedanken in ein Videoprojekt ein, dass von Schülern der Realschule Waren West mit dem Jugendclub Alte Feuerwache erarbeitet und gestern vorgestellt wurde. Nicht nur, dass die jungen Leute Prominente im Kreis nach Gender Mainstreaming fragten, auch sie selbst brachen am Schluss ganz freiwillig aus Rollenklischees aus.

 

Projektleiter Oliver Burau, Clemens Gielz, Antje Heiner und Chris Martin (von links) stellten ihr Video zur Gleichstellung vor.  Kurierfoto: L. Mock