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Pressemitteilung

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„Es bewegt mich auch heute noch…“

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Jugendliche des Müritzkreises und polnische Gleichaltrige besuchen zusammen Gedenkstätten in Auschwitz
 
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">Von unserem Mitarbeiter
Ingwar Nehls
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Waren „Dass man so mit Menschen umgehen kann, dachte keiner..", ist auf einem Bild der Präsentation des Seminars „Gewaltfreies Handeln und Zivilcourage" zu lesen. Sieben Jugendliche der Produktionsschule des CJD Waren und vier junge Leute der Beruflichen Schule Malchow machten sich im Herbst des vergangenen Jahres auf den Weg ins polnische Oswiecim (Auschwitz), um die stummen Zeugen aus Stein des wahrscheinlich dunkelsten Kapitels der deutschen Geschichte zu besichtigen. Zusammen mit 12 polnischen Jugendlichen haben sie sich in der Begegnungsstätte mit schauspielerischen Übungen auf den Besuch der Vernichtungslager Auschwitz l und Auschwitz Birkenau vorbereitet. „In den Übungen ging es darum, Vertrauen zu den anderen aus der Gruppe zu gewinnen", erklärt Enrico Möller, einer der Teilnehmer des Seminars. „Das Vertrauen sollte uns helfen, unsere Gefühle den anderen gegenüber ungehemmt zeigen zu können", sagt der junge Malchower. Diese Übungen sollten sich später auch als wichtige Vorbereitung erweisen, denn „ beim Besuch der Lager liefen auch Tränen", erzählt Teilnehmerin Ines Hensel. Betreuerin Karin Pagels habe die Veränderung der Gruppenstimmung gut beobachten können. „In den ersten drei Tagen wurde viel gelacht. Aber nach dem Besuch von Auschwitz-1 war die Stimmung sehr gedrückt. Die Kinder haben sich dann eher auf ihre Zimmer zurückgezogen, um das Erlebte zu verarbeiten." Leichter sei es aber durch die Gespräche in der Gruppe gefallen, sagt Ines Hensel. Karin Pagels bewertet dieses Verhalten als wichtigen Lernerfolg. „Offen mit anderen über seine Gefühle und Ängste sprechen zu können, ist eine Eigenschaft, die auch unter Jugendlichen ein großes Achtungszeichen bekommt", sagt sie.
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Zwischen dem Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz l und dem flächengrößeren Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau habe die Gruppe noch ein Gespräch mit einem Überlebenden des Holocaust geführt. Die Schilderungen des Zeitzeugen Kazimirz Smolen hätten bei den Jugendlichen einen besonderen Eindruck hinterlassen, berichtet Lehrerin Godula Mense. „Das Gespräch war sehr emotional. Wo der Schrecken von Auschwitz vorher nur in Form von vielen Koffern und Schuhen zu sehen waren, hatten wir auf einmal ein Gesicht vor uns", erinnert sich Ines Hensel.
„Herzlich begrüßt"
Andreas Handy, Leiter der Europäischen Akademie, hat seit mehreren Jahren selbst Reisen zu den Gedenkstätten in Oswiecim unternommen. „Man hat sich mit den Jugendlichen aber auch über ganz banale Dinge unterhalten. Aus Tod entsteht neues Leben und so gibt es bei solchen Reisen auch schöne und spaßige Momente unter den jungen Leuten", berichtet Handy. Enrico Möller könne dies nur bestätigen. „Wir wurden so herzlich begrüßt. Die Stimmung war insgesamt so großartig", freut er sich. „Den einen Abend haben wir bis spät in die Nacht gesungen", erzählt Godula Mense und freut sich, dass bei der Reise sich ein junges Paar gefunden hätte, das bald heiraten wolle. Die bewegende Reise fand einen schönen Abschluss. „Wir saßen am letzen Abend in gemütlicher Runde in einem Krakauer Restaurant und probierten Gerichte der jüdischen Küche", erzählt Enrico Möller, der beim Betrachten der Photocollagen tief schlucken muss. „Das sind Erfahrungen, die mich nicht loslassen werden", weiß er.
 
 
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Für sie war es nicht nur eine Reise in die deutsche Vergangenheit, sondern auch die Herausforderung, ihre Gefühle in der Gruppe zu zeigen, Ines Hensel (links) und Enrico Möller stellen ihre Erfahrungen aus.